
Zur Weihnacht
20. Dezember 2014
Kinderbetreuung und Förderung von Vorschulkindern
1. April 2015Die Glocken haben das Warten ausgeleutet,
das duftende Lampenöl ist fast leer,
vor dem Fenster mit bunten dekorierten Kugeln
tanzen draußen die glitzernden Schneeflocken.
Ein Stück vom See ist zugefroren,
aber die Sterne leuchten trotzdem weiter.
Die Stechpalme biegt sich unter der Schneelast,
der Wind pfeift um die Hausecke,
längst hat der Schnee die Arbeit des Schneepfluges
wieder zunichte gemacht.
Jetzt ist richtig dick Weihnachten. Weihnacht und ich.
Merry Christmas leuchtet es vom Nachbarhaus herüber,
marmorierte Wolken verströmen purpurfarbenen Weihanchtsduft
oder träume ich das alles nur?
Bis die hellen Weihnachtsglöcken endlich die Kinder rufen:
Kommt, kommt, kommt!
Schnickschnack und Spielzeug, Süßes und Elektronisches,
scheußliche Krawatten und kostengünstiges Badesalz,
alles so freundlich gemeint.
Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe,
das Fest des Schenkens, das Fest der Präsente.
Das lukrativste aller Feste,
nicht wie früher in Palästina,
wo man Brot und Wein reichte.
Wir singen draußen bei frostiger Luft,
die ganze Familie vibriert,
selbst Hund und Katz sitzen still und lauschen
der weihnachtslichen Gemütlichkeit.
Haben alle Strümpfe am Kamin gehangen?
Es tanzen die Geschenken in den Köpfen der Kinder,
sie sich langsam übermüdet auf Kopfkissen senken
um ein langes Winterabend Nickerchen zu machen.
Im Mondschein steigt beim Neuschnee
Vor meinen staunenden Augen
Der Nikolaus seinem Schlitten mit acht Rentieren.
So lebendig, routiniert und schnell,
flitzt er von der Veranda die Wand hinauf bis zum Kamin.
Tänzelndes Scharren der Rentierhufe ist dem Dach droben zu vernehmen,
zusammen mit einem sanften Schnauben.
Während die Blätterreste auf dem Rasen
hurrikanartig auseianderfliegen,
steigt St. Nikolaus durch den Schornstein.
Von Kopf bis Fuß ganz in Pelz gekleidet,
mit etwas Ruß von Asche vom Kamin benetzt,
das Spielzeugbündel vom Rücken abnehmend
zwinkert er mir zu.
Lustig biegen sich seine Mundwinkel nach oben,
seine Grübchen lächeln, sein Bart ist so weiß wie Schnee.
Ein bisschen mollig ist er,
ich weiß, das ich nichts zu befürchten habe.
Er beendet sein Werk, legt den Finger an die Lippen
und nickt mir noch einmal kurz zu,
bevor er wieder aufsteigt und sein Schlittenteam zusammenpfeift.
Und weg fliegen sie alle.
Aber ich höre ihn noch rufen: Frohe Weihnachten
und eine gute Nacht.





